Kategorie: Werkstatt

Woher nehme ich eigentlich meine Ideen?

Anna Weydt Cover Das steinerne Schloss

Am Mittwoch war es also soweit: Ich habe euch das Cover meines Romans „Das steinerne Schloss“ gezeigt. Zeit, einmal darüber nachzudenken, woher ich eigentlich meine Ideen nehme und was das für meine Geschichten bedeutet. Also: Woher kommen die ganzen Gedanken zu Büchern, Charakteren und Konflikten?

Vom Kleinen ins Große

Bei mir persönlich reicht schon ein klitzekleiner Fetzen, um eine neue Idee entstehen zu lassen. Das kann durch das Anschauen eines Filmes passieren, durch das Bereisen einer neuen Stadt, durch eine Begegnung, durch irgendetwas, völlig egal was. Meistens habe ich initial eine Idee entweder zu einem bestimmten Konflikt, Handlungsort oder einer Person. Sobald diese Idee da ist und sie mir gefällt, spinne ich aus ihr meine Geschichte. Manchmal kommen viele solcher neuen Ideen zusammen, manchmal verbinde ich sie mit alten, noch nicht verwendeten Schnipseln, über die ich früher schon einmal nachgedacht habe. Ich forme also aus einer Initialidee den Grundkonflikt meiner Geschichte.

Vom Großen ins Kleine

Das tue ich in der Regel durch extensives Planen. Ja, ich gebe zu, ich gehöre zu den Plottern. Ich muss wissen, wo die Reise hingeht, um mich nicht zwischendrin zu verlaufen. Deshalb plane ich die wichtigsten Wendungen meiner Geschichte vorher durch, genauso wie ihr Ende versteht sich. Habe ich dieses grobe, große Gerüst, fange ich an, es mit Leben zu füllen. Das heißt: Ich erfinde neben dem Hauptkonflikt, weitere Konflikte, Figuren, Orte. Ich komme vom Großen also wieder zurück ins Kleine. Wenn das geschafft ist, steht dem Schreiben nichts mehr im Weg.

Wie plottet ihr? Plottet ihr überhaupt? Und woher nehmt ihr eure Ideen?

Unrealistische Handlung in Romanen

Jeder kennt es: Unmotivierte Handlung, Zufälle, die zu viel des Guten sind. Entscheidungen der Charaktere, die man selber niemals so treffen würde. Das beste Beispiel dafür sind Horrorfilme: Wer zur Hölle würde sich in einem dunklen, unheimlichen Wald freiwillig dafür entscheiden, die Gruppe zu teilen? Ich nicht. Und auch niemand, den ich kenne.

Deus Ex Machina vs. Plotting: Plotting

Unrealistische Handlung in Büchern hat dabei meiner Erfahrung nach häufig zwei Hauptgründe: Plotholes und das viel besungene Deus Ex Machina. Was versteht man darunter? Plotholes sind – kurz gesagt – Löcher in der Planung einer Geschichte. Selbst die besten Plots sind anfällig dafür und Plotholes können in allen Größen und Umfängen auftauchen. Eine gute Planung verhindert Plotholes weitestgehend, ein darauf folgendes gutes Lektorat dünnt sie hoffentlich gänzlich aus. Plotholes sind aus meiner Autorensicht also das eine Problem bei unrealistischer Handlung. Deus Ex Machina ist das andere.

Deus Ex Machina vs. Plotting: Deus Ex Machina

Wer nicht weiß, was das ist, hier eine kurze Erläuterung: Deus Ex Machina ist ein Begriff, der sich darauf bezieht, das eine aussichtslose Handlung durch eine Person, ein Wesen oder einen Umstand gelöst wird und sich diese Lösung anfühlt, als ob sie von außen „auf die Handlung gestülpt“ wird, weil der Protagonist nicht mehr anders aus der Situation befreit werden kann. Ein Beispiel: Die Protagonistin Mira sperrt sich in einem brennenden Raum ein. Niemand kann ihr helfen, es ist nicht möglich, ihre Hilfeschreie zu hören, niemand weiß, dass sie sich dort befindet. Plötzlich wird sie durch ihre niemals vorher im Verlauf der Handlung erwähnte, lang verschollene Tante gerettet, die zufällig an genau diesem Tag zu dieser Zeit den starken Wunsch verspürt hat, in genau diesem Raum vorbeizuschauen. Nicht sehr wahrscheinlich.

Ein Gegenbeispiel

Ein Gegenbeispiel: Protagonist Henry leidet an einer unheilbaren Krankheit. Die ganze bisherige Geschichte dreht sich um seine Suche nach einem übernatürlichen Wesen, das ihn als einziger retten kann. Besagtes Wesen rettet ihn – er lebt happily ever after.
Einmal davon abgesehen, wie gut oder schlecht dese Plots sind (eher schlecht), möchte ich damit sagen: Nur, weil etwas Übernatürliches die Handlung umdreht, spricht man nicht automatisch von Deus Ex Machina. Es geht bei diesem Begriff mehr um die Tatsache, wie unerwartet die Rettung ist. Damit meine ich, dass niemals zuvor von dem Umstand / Person / Wesen, das den Protagonisten rettet, gesprochen wurde. Er taucht einfach auf – ohne Motivation oder Bezug zur bisherigen Handlung. Warum? Weil der Autor keinen anderen Ausweg gefunden hat.

Was mich an unrealistischer Handlung stört und was sie für mich ist

Jetzt, wo wir gehört haben, wo unrealistische Handlung häufig ihre Wurzeln haben kann, möchte ich noch darüber sprechen, was mich daran besonders stört und was sie für mich bedeutet. Unrealistische Handlung ist niemals gleichzusetzen mit unerwarteten Wendungen. Denn Letztere sind zwar auf den ersten Blick unerwartet, bei näherer Betrachtung werden sie aber durch viele kleine Hinweise angekündigt. Unrealistische Handlung heißt für mich: Eine Lösung, die sich nicht angekündigt hat, nichts oder nur wenig mit der Handlung zu tun hat und als einziges Ziel die Auflösung des Problems hat. Was mich daran stört? Die Tatsache, dass man es sich damit als Autor zu einfach macht. Ein guter Plot ist für mich einer, bei dem alle Zahnräder ineinander greifen. Wenn darin Übernatürliches handlungsweisend vorkommt, dann ist das vollkommen in Ordnung – solange es sich logisch in den Verlauf integriert.

Was stört euch an unrealistischer Handlung? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Warum ich schreibe

Warum schreibe ich Anna Weydt

Ich habe länger darüber nachgedacht, worüber ich meinen ersten Artikel auf diesem Blog schreibe. Es ist ja kein wirklicher Buchblog, sondern eben einer, der sich mit dem Schreiben beschäftigt – vor allem damit, was ich schreibe, wie ich schreibe und warum ich schreibe. Dass ab und zu auch mal eine Buchvorstellung vorkommen kann, will ich natürlich nicht ausschließen. Dennoch war nach diesem Gedanken das Thema meines Artikels relativ schnell da. Und voilà, hier ist es.

Vom Lesen und Schreiben

Angefangen hat alles, wie bei vielen von euch bestimmt auch, mit dem Lesen. Ich habe schon immer gerne gelesen, als Kind war ich mehr in meinen Buchwelten unterwegs als in der Realität. Das hat sich inzwischen leider etwas gelegt – mit dem Erwachsenwerden und zunehmenden Verpflichtungen wurde die Zeit leider immer knapper. Trotzdem würde ich auch heute noch behaupten, dass das Lesen für mich den Anstoß gegeben hat. Die vielen Geschichten haben mich so fasziniert, dass ich angefangen habe, mir selber welche auszudenken. Zuerst waren das eher Kopien von welchen, die ich schon gelesen hatte, aber über die Zeit hinweg habe ich meine eigenen Welten erschaffen, orientiert an Dingen, die ich spannend finde, die mich interessieren und faszinieren.

Ferne Welten und der Reiz der Phantastik

Mein Herz hat dabei schon immer der Phantastik gehört. Ich sage bewusst nicht Fantasy, denn zur Phantastik gehört noch so viel mehr. Alle Geschichten, die sich mit dem Übernatürlichen beschäftigen, fand ich spannend. Mit den Jahren sind natürlich auch noch andere Genre dazugekommen und inzwischen lese ich alles kreuz und quer. Beim Schreiben hingegen bin ich dieser ersten Leidenschaft für phantastische Literatur treu geblieben. Die Fragen „Was wäre wenn?“ und „Was würde passieren bei“ haben für mich einfach eine besonders starke Strahlkraft, wenn ein Element beigemischt wird, das es in der wirklichen Welt nicht gibt.

Warum ich schreibe

Also, warum schreibe ich? Die Frage klingt im ersten Moment recht einfach, im zweiten ist sie das aber gar nicht. Ich schreibe ja nicht nur Prosa, sondern blogge auch noch über das Thema Reise. Das Schreiben ist für mich also nicht primär mit der Idee des Romans verknüpft, ich drücke mich vielmehr eher gerne durch die Schrift aus. Und ich denke, dass genau das der Punkt ist, weshalb ich schreibe: Weil ich mich und meine Ideen gerne niederschreibe. Weil Sprache mein Mittel ist, um kreativ zu sein. Für manche ist es der Stift, mit dem sie zeichnen, oder die Kamera, mit der sie Bilder machen. Letzteres tue ich übrigens auch gerne. Aber unangefochten bleibt für mich die Sprache der Kanal, mit dem ich mich ausdrücke, durch den ich mich lebendig fühle.
Wie ist das bei euch? Wodurch drückt ihr eure Kreativität am liebsten aus? Zeichnet ihr gerne? Oder schreibt ihr, genau wie ich? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen, ich bin gespannt!