10 Dinge, die ich als Autorin häufig höre

10 Dinge, die ich als Autorin häufig höre

Wenn ich Menschen erzähle, dass ich schreibe, reagieren die meisten mit einer Mischung aus Interesse und Unverständnis, in etwa so, als ob sie ein seltenes Insekt vor sich betrachten würden. Ich weiß, dass das meistens nicht böse gemeint ist und ich weiß auch, dass die meisten der im Folgenden aufgelisteten Beispiele aus Unwissen entstehen, weil sich dieser Mensch schlicht noch nie mit dem Prozess des Schreibens beschäftigt hat. Trotzdem geben mir die meisten dieser Kommentare eben kein besonders gutes Gefühl. Also nehmt meine launigen Antworten nicht zu ernst. In ¾ der Fälle nicke und winke ich und wechsle das Thema. Neben genannten Menschen gibt es aber natürlich auch ganz tolle, die einfach an dem interessiert sind, was man als Autor tut, die nicht urteilen. An dieser Stelle ein großes Danke an diese Menschen!

Also los

Ich wollte auch schon immer mal ein Buch schreiben. Ich hatte nur nie so viel Zeit wie du!
Weil ich neben meinem 40 Stunden Job ja auch einen Zeitumkehrer wie Hermine in der Tasche habe. Das muss es sein, warum bin ich darauf nicht früher gekommen?

Ach, du hast deinen Roman nur als E-Book veröffentlicht? Das ist ja gar kein richtiges Buch.
Was dann? Als ich das letzte Mal nachgeschlagen habe, war einer der wichtigsten Bestandteile eines Buches sein Inhalt.

Kannst du das mal korrigieren? Du kannst doch was mit Sprache.
Das ist Französisch. Ich spreche kein Französisch.
Ich dachte, das wäre kein Problem.
???

Findest du es nicht langweilig, deine ganze Freizeit vor dem Rechner zu sitzen?
Findest du es nicht langweilig, dein Hobby auszuüben?

Und was verdienst du damit?
Gegenfrage: Muss man damit etwas verdienen?

Dann wirst du ja die nächste J.K. Rowling!
Hahaha… ha… ha… Nein.

Kannst du mir dein Buch schicken? Du hast doch die Word-Datei.
Kannst du für mich umsonst neuen Boden im Wohnzimmer verlegen? Hab gehört, du hast noch Parkett Zuhause.

Man ist ja erst ein richtiger Autor, wenn man {setze hier beliebige Behauptung ein} erreicht hat.
Whatever.

Du schreibst Fantasy? Ich lese ja nur richtige Literatur.
In welchem Universum ist das keine “richtige” Literatur?

Wir wollen heute Bowlen gehen. Lust mitzukommen?
Sorry, ich muss schreiben.
Ach, das kannst du doch auch wann anders machen.
Nein, wirklich nicht, ich habe da eine Deadline, die ich…
Komm mit!

Was sagen dir Menschen, wenn sie hören, dass du schreibst? Ich bin gespannt!

Inspirierende, literarische Orte in Wien

inspirierende literarische Orte

Wie einige von euch wissen, bin ich nebenberuflich Reisebloggerin und dementsprechend häufig unterwegs. Literarische Orte entdecke ich auf Reisen unglaublich gerne und es gibt natürlich auch wahnsinnig viele. Für diesen meinen Autorenblog möchte ich die Reihe „inspirierende, literarische Orte in…“ ins Leben rufen und meine Leidenschaft für Bücher und das geschriebene Wort rund um den Globus mit euch teilen. Starten werde ich mit Wien. Welche spannenden literarischen Orte ihr dort entdecken könnt, lest ihr jetzt.

Das Literaturmuseum

Das Literaturmuseum gehört zur Österreichischen Nationalbibliothek. Ich fand es wirklich sehr interessant die ausgestellten Handschriften und Erstausgaben entdecken zu können. Das Museum legt sein Augenmerk hauptsächlich auf österreichische Literatur, das macht es aber nicht weniger interessant. Inspirierend ist das Literaturmuseum mit seinen zeitgeschichtlichen Bezügen auf jeden Fall.

Die Nationalbibliothek

Die österreichische Nationalbibliothek selbst gehört zu den literarischen Orten, die mich in Wien am meisten inspiriert haben. Der Prunksaal ist dabei natürlich auch einer der bekanntesten literarischen Orte in der österreichischen Hauptstadt und das zu Recht: Der Saal ist wirklich wunderschön, ein richtiges Paradies für Bücherwürmer und voller Geschichte!

Café Central

Cafés haben in Wien eine lange Geschichte, literarisch relevant und bekannt ist unter vielen anderen auch das Café Central. Hier hat sich zum Beispiel die Wiener Autorengruppe Jung-Wien getroffen, zu der Arthur Schnitzler gehörte. Das Café Central ist ein typisches Wiener Kaffeehaus, urig und gemütlich. Auf Grund seiner Berühmtheit sollte man vor seinem Besuch aber reservieren.

Shakespeare & Company

Und zuletzt möchte ich noch den Wiener Shakespeare & Company nennen. Die Shakespeare & Company Buchläden sind in fast allen Städten einen Besuch wert – so auch in der österreichischen Hauptstadt. Die Buchhhandlung ist breit aufgestellt und lädt zum Stöbern ein. Das einzige Problem war der Buchhändler, der ständig um die Gäste des Ladens herumgeschlichen ist. Das hat mich persönlich bei der Suche nach einem Buch eher gestört. Der Laden selbst ist aber trotzdem zu empfehlen.

Welche literarischen Orte haben dir in Wien gefallen?

30 Dinge, die ich vor meinem 30. Geburtstag gelernt habe

30 Dinge, die ich vor meinem 30. Geburtstag gelernt habe

Ende des Jahres ist es soweit: Ich beende meine Zwanziger, ich werde dreißig. Viele sagen ja immer, dass sie sich überhaupt nicht anders fühlen, jetzt, wo die große drei vor die eigene Lebenszeit gerutscht ist. Damit möchten sie betonen, dass sie sich immer noch genauso jung im Kopf fühlen, wie vorher auch. Ich denke aber, dass diese beiden Sachen – das Alter und die geistige Reife – nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben. Denn ja: Ich fühle mich körperlich nicht viel anders als mit Anfang zwanzig, geistig hingegen schon. Das heißt nicht, dass ich mental vergreist bin, im Gegenteil: Ich bin neugieriger, offener und interessierter als je zuvor. Ich habe viel gelernt. Ich habe mich entwickelt. Manche Dinge sehe ich gelassener, andere nicht. Aber eins weiß ich sicher: Ich bin definitiv nicht mehr dieselbe, die ich vor zehn Jahren war. Und das ist auch gut so.

Hier meine 30 Dinge, die ich vor meinem 30. Geburtstag gelernt habe:

 

  1. Produktivität definiert mich nicht als Person.

  2. Mein Körper ist mein Körper und ich muss mich nicht für ihn schämen.

  3. Es ist okay, manchmal unfair zu sein.

  4. Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben.

  5. Reisen macht mich glücklich, egal was andere dazu sagen.

  6. Ich kaufe nur noch gemütliche Klamotten.

  7. Nicht alles ist für immer.

  8. Nachdem ich mich selbst angenommen habe, haben es auch die anderen getan.

  9. Ich kann es nicht allen recht machen.

  10. Pragmatische Entscheidungen zu treffen, gehört zum Leben dazu.

  11. Ich brauche Rückzugsorte.

  12. Pläne sind da, um geändert zu werden.

  13. Es gibt Freunde und es gibt Situationships.

  14. Der Rasen ist auf der anderen Seite nie grüner.

  15. Ich bin neugierig.

  16. Es gibt nicht den festgeschriebenen Weg. Egal, was andere mir suggerieren.

  17. Zwischen Schwarz und Weiß gibt es jede Menge Grau.

  18. Ich rechtfertige mich nicht mehr für persönliche Entscheidungen.

  19. Ich kann Dinge tun, die ich mir früher nicht zugetraut hätte, weil ich es einfach ausprobiert habe.

  20. Konfrontation ist manchmal der beste Weg zum Ziel.

  21. Ich habe ein Resting-Bitch-Face und es ist mir egal.

  22. Ich habe gelernt, eine Steuererklärung zu schreiben.

  23. Ich bin nicht verantwortlich für das Glück anderer.

  24. Sport ist wichtig und lässt mich mich besser fühlen.

  25. Ich vertraue meinem Bauchgefühl.

  26. Wenn ich etwas will, muss ich es mir holen. Niemand wird es mir auf einer silbernen Platte servieren.

  27. Es ist okay, Fragen zu stellen.

  28. Ich bin nicht plötzlich erwachsen geworden. Erwachsen werden heißt mit seinen Aufgaben zu wachsen, nicht mit einem Fingerschnipsen alles zu wissen.

  29. Und in dem Zusammenhang habe ich ebenfalls das hier gelernt: Andere kochen auch nur mit Wasser.

  30. Fehler zu machen ist normal.

Wie alt seid ihr und was sind eure Learnings? Was würdet ihr gerne noch lernen? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Photo by Johannes W on Unsplash

Jugendromane, die mein Leben verändert haben

Im Laufe der Jahre habe ich viel gelesen. Sehr viel. Das meiste davon ist im Rauschen der vielen Geschichten nach einiger Zeit untergegangen. Das sagt natürlich nichts über die Geschichte an sich aus, sie ist deshalb weder besonders gut noch besonders schlecht. Sie hat sich mir einfach nur nicht so eingebrannt, wie die sieben Jugendromane, die ich heute gerne mit euch teilen möchte. Nun denn.

„Libri Mortis“-Reihe

Die „Libri Mortis“-Reihe von Peter Schwindt besteht aus drei Büchern, die ich wirklich sehr gerne gelesen habe. Rosalie, die Protagonistin, ist zwar an vielen Stellen etwas kantig, aber genau das macht sie zu etwas Besonderem. Außerdem fand ich das Setting in Paris, vor allem im Pariser Untergrund, super spannend.

Abhorsen-Reihe

Ebenfalls eine Trilogie (ursprünglich, inzwischen gibts noch ein viertes Buch), hat mich die Abhorsen-Reihe von Garth Nix in eine Welt voller Magie entführt – und zwar mit einem Magiesystem, das ich so bisher noch nicht kannte. Auch der Mix aus magischer Welt und einer Welt, die an unsere um die Zeit des 1. Weltkriegs angelehnt ist, hat mir sehr gefallen. Die Abhorsen-Reihe gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.

Hundert Stunden Nacht

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, sich einen Flug zu buchen, weil das Leben gerade unfair und so richtig beschissen ist, und einfach zu verschwinden? Anna Woltz‘ junge Protagonistin tut das und landet in New York City – ausgerechnet zu der Zeit, in der Sturm Sandy die Stadt lahmlegt. Die Erfahrungen, die Emilia daraufhin macht, zeigen ihr nicht nur viel über sich selbst, sondern auch über das Reisen.

Herr der Diebe

Ein absoluter Klassiker ist Cornelia Funkes „Herr der Diebe“. Ich liebe einfach die Art und Weise, wie Funke in ihren älteren Werken (z.B. auch in Drachenreiter) das Phantastische zum Leben erweckt. Es hat etwas verwunschenes. Kombiniert mit der Reise nach Venedig hat das Buch mich sofort gefangen genommen.

Alanna-Reihe

Die Alanna-Reihe von Tamora Pierce ist mit für meine Begeisterung für Geschichte und das Mittelalter verantwortlich. Natürlich sind die Bücher nicht historisch korrekt, sondern spielen in einer Fantasy-Welt. Trotzdem hat mich Alanna, die sich in einer Männerdomäne durchsetzen wollte und das am Ende auch geschafft hat, sehr fasziniert.

Alaizabel Cray

London. Steampunk. Dämonenjäger. Zwar kratzt Alaizabel Cray an manchen Stellen hart an der Grenze zwischen Jugendbuch zu erwachsener Fantasy, das hat mich als Jugendliche aber nicht weiter gestört. Denn die Welt, die Chris Wooding erfindet, ist einzigartig.

Becky Brown – Versprich nach mir zu suchen

Auch historische Jugendromane habe ich eine Zeit lang wahnsinnig gerne gelesen. Becky Brown von Rainer M. Schröder gehört dazu. Bekannt ist der Autor vor allem für seine Aby Lynn Saga, Becky Brown legt den Fokus hingegen weniger auf eine Romanze denn auf die Beziehung zwischen zwei Geschwistern. Dieses Motiv wurde dann in die Zeit der großen Auswandererwellen gelegt: 1856. New York. Five Points. Der Aufbruch in den Mittleren Westen. Eine wirklich schöne Geschichte, die beweist, dass es nicht immer eine Liebesgeschichte geben muss.

Welche Jugendromane sind euch in bleibender Erinnerung geblieben? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Bücher, die ich in den letzten Monaten gelesen habe

Das viele Reisen, übrigens nicht nur zum Vergnügen, hat es mit sich gebracht, dass ich Stunden über Stunden in Zügen, Bussen, Flughäfen, Flugzeugen, Bahnhöfen und ähnlichem mehr verbracht habe. Was macht man in dieser Zeit, wenn man keine Lust hat zu arbeiten? Genau: Lesen. Welche Bücher mich während dieser Zeit quer durch die Welt begleitet haben, möchte ich euch nicht vorenthalten. Vorhang auf also für meine erste Buchempfehlung.

Albert, The Hazel Wood

Das erste Buch, das mir einige Stunden versüßt hat, war The Hazel Wood von Melissa Albert. Eigentlich mehr durch Zufall im Flughafen Buchladen aufgestöbert, hat es mich durch einen acht Stunden Transatlantikflug gebracht. Und wer sich jetzt fragt, warum ich nicht geschlafen habe: Ich hatte den Mittelsitz. More words needed? Gefallen hat es mir unter anderem deshalb, weil die Protagonistin genauso viel in Bewegung ist, wie ich es war. Und weil das Thema zwar an eine Märchenadaption erinnert (Alice im Wunderland), mich aber im Gegensatz zu seinen Geschwistern dadurch abgeholt hat, dass es in New York spielt – die Stadt, in der ich vor dem Transatlantikflug war – habe ich das Buch förmlich verschlungen.

Earnshaw, The Wicked Deep

Ebenfalls in New York entdeckt, habe ich dieses Buch erst später begonnen. Mit dem Cover von Wicked Deep hatte ich einen Blickflirt, aber auch der Inhalt hat mich überzeugt: Es spielt an der US-Westküste und verwebt eine mysteriöse Legende mit der Kleinstadt Sparrow, die direkt an der rauen See liegt. Gefangen genommen hat mich bei diesem Buch vor allem das Thema. Es war eine neue Idee, nichts, was ich schon einmal gelesen hätte. Gerade im Fantasybereich gibt es so viele Möglichkeiten, die häufig nicht genutzt werden. The Wicked Deep setzt seine Idee mit ein paar Logiklöchern aber schön um.

Schwab, City of Ghosts

Das Englisch von City of Ghosts war relativ einfach, das Buch war also schnell weg gelesen. Trotz der einfachen Sprache denke ich persönlich, dass das Buch aber auch von älteren Semestern gelesen werden kann. Das dominierende Motiv ist Freundschaft, was ich wirklich spannend finde. Eine Romanze kommt nicht vor und wird auch nicht benötigt. Dafür müssen sich Cassidy und Jacob durch eine gefährliche Geisterlandschaft schlagen und dabei ausloten, was in einer Freundschaft zwischen einem Menschen und einem Geist erlaubt ist – und was nicht.

Was habt ihr die letzten Monate gelesen und was liegt momentan auf eurem Nachttisch? Ich werde jetzt an Enchantée weiterlesen.

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Das Leben steht für niemanden still: Ein Lebenszeichen

Puh. Wo fange ich an? Seit der Veröffentlichung meines Erstlings ist beinahe ein Jahr vergangen, hier ist es seit Dezember still. Habe ich mir das so vorgestellt? Nein. Aber manchmal will man das eine und das Leben rennt ohne zu fragen in eine andere Richtung. Was heißt das für mich als Autorin?

In dem halben Jahr habe ich viel getan, aber eines nicht: An Geschichten geschrieben. Stattdessen habe ich eine große Veränderung in meinem Job angestoßen. Ich bin in eine Stadt weit weg von meinem bisherigen Wohnort gezogen. Ich habe getrauert. Ich bin gereist. Mein Leben hat sich seit Dezember einmal um 180 Grad gedreht. Vieles war in dieser Zeit wichtig, meine Social Media Aktivität als Autorin nicht. Kennt ihr das? Man hat so viel im Kopf, dass die Charaktere und Geschichten einfach in den Hintergrund treten, weil man plötzlich selbst aus dem stetigen und gewohnten Fluss seines Lebens hinaustritt und zu dem Protagonisten seiner eigenen Veränderung wird.

Langsam komme ich nun wieder in Sphären, in denen ich mich mit Kreativität beschäftigen kann, mit dem Erfinden von Geschichten. Ich habe aber auch festgestellt, dass Social Media und dieser Blog so, wie ich ihn die ersten Monate geführt habe, für mich nicht funktionieren. Ich weiß: Consistency is key. Aber ich habe auch erkannt: Es wird immer wieder Phasen wie diese geben, Phasen, in denen die erfundenen Geschichten hinter die echten treten müssen. Solange das Schreiben für mich im Wesentlichen ein Hobby ist, kann es für mich nicht mehr Commitment geben. Ich teile gerne weiterhin meine Gedanken mit euch – zu Themen rund ums Schreiben und darüber hinaus, aber ich werde keinen strengen Redaktionsplan mehr einhalten. Die Beitrage kommen, wenn sie kommen und ich hoffe, ihr habt weiterhin Spaß daran. Ich werde sie natürlich auch weiterhin über meine Social Media Kanäle teilen.

Und deshalb kommen wir nun auch zum Wesentlichen, dem Herz dieses Blogs sozusagen: Ich. Habe. Ideen. Eine ganz besondere, um genau zu sein, die ich im Juni ausarbeite und im Juli anfange zu schreiben – soweit der Plan. Und zwar im Rahmen des Camp NaNoWriMo. Wer von euch nimmt noch daran teil? Drückt mir die Daumen, dass mein Leben nicht wieder eine Rolle rückwärts macht.

Bis dahin,
Anna

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Denkanstoß: Warum nicht lesen nicht schlimm ist

Lieblingsorte_Schreiben

Pünktlich zum Nikolas bin ich zurück mit meinem Dezemberbeitrag. Dieses Mal möchte ich über ein Phänomen sprechen, das mir in den letzten Monaten vor allem auf einigen Buchblogs aufgefallen ist: Den Entschuldigungen der Blogger, dass sie es nicht geschafft haben, mehr Bücher zu lesen oder Reviews zu schreiben. Dass sie unzufrieden sind mit ihrem SuB oder der Anzahl der gelesenen Bücher. Zusammengefasst ist mir also von allen Seiten der Zwang zu lesen aufgefallen.

Was meine ich damit?

Ich habe den Eindruck, dass Lesen gerade in der Buchbubble zu einer Art Sport geworden ist: Höher, schneller, weiter. Es gibt Listen und gegenseitige Motivation, noch mehr zu lesen. Für mich als Autorin ist das natürlich bis zu einem gewissen Grad positiv, trotzdem muss ich ehrlich sagen, dass ich das kritisch sehe. Denn: Erzeugen der SuB, Motivationsgruppen und Listen über die Bücher, die in einem Monat oder Jahr gelesen werden wollen, nicht Druck? Druck, der einigen Bloggern mit der Zeit zu viel zu werden scheint? Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber sollte Lesen nicht ein Hobby sein, zu dem man sich nicht wie im Leistungssport motivieren muss?

Zwischen Hobby und Beruf(ung)

Ich persönlich frage mich bei vielen Blogs, die mit sehr viel Herzblut geschrieben sind und genau über diesen Druck klagen: Ist es ein Hobby oder mehr? Dabei habe ich häufig den Eindruck, dass gerade den Bloggern selbst nicht ganz klar ist, bis wann ein (Buch)blog noch als Hobby gilt und ab wann eben mehr dahintersteht – etwa die Erwartungen von Verlagen oder Autoren. Dass sie zwar gerne lesen und auch mit Verlagen oder Autoren kooperieren möchten, aber gleichzeitig nicht den Sprung wagen und sagen: Ja, ich bin ein professioneller Blogger, weil ich mit Unternehmen zusammenarbeite.

Klare Unterscheidung

Ich selbst blogge in einer anderen Sparte und die Differenzierung zwischen professionellen Blogs, die mit Unternehmen kooperieren, und solchen, die es kategorisch eben nicht tun, ist ganz klar umrissen. Mit dieser klaren Kante sind auch die Erwartungen geregelt: Wenn jemand mit einem Unternehmen zusammenarbeitet, wird Professionalität erwartet und geliefert. Es gibt Redaktionspläne, Mediazahlen und eine Steuernummer, unter der Rechnungen geschrieben werden. Wenn der Blogger hingegen nur als Hobby über seine Erlebnisse schreibt, dann wird das nicht erwartet. Je mehr ich in die Buchbloggerbubble eintauche, desto mehr habe ich das Gefühl, dass diese Unterscheidung dort nicht oder nur sehr selten getroffen wird. Irgendwie sieht sich fast jeder Blogger als jemand, der den Blog als Hobby führt. Aber ist es das wirklich, wenn man mit Unternehmen zusammenarbeitet?

Kein Vorwurf, mehr ein Denkanstoß

Ich möchte damit keinen Blogger angreifen. Ich liebe eure Blogs, eure Themen und auch die Art und Weise, wie ihr Bücher vorstellt. Aber um den Bogen zurück zur Ausgangsfrage zu spannen: Wie entsteht der Druck, lesen zu müssen? Meiner Ansicht nach kommt er nicht nur von den SuBs, den Jahreslisten und Motivationsgruppen. Sie sind häufig (aber natürlich nicht immer) nur ein Symptom. Aus meiner Sicht braucht die Buchbloggerbranche eine Professionalisierung. Es muss deutlich werden, was Unternehmen wie Verlage erwarten können und was nicht. Denn im Endeffekt geht es den Verlagen darum, ein Produkt zu bewerben.

Sicherheit auch für Blogger

Die Blogger hingegen brauchen diese Sicherheit genauso, denn nur dadurch kann der Druck rausgenommen werden. Bloggt man als Hobby, sollte auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen verzichtet werden. Denn dann muss nichts gelesen werden, worauf man eigentlich keine Lust hat (manchmal stellt sich das ja zum Beispiel erst während des Lesens heraus), und das ist auch nicht schlimm. Arbeitet man hingegen mit Unternehmen zusammen, trifft Absprachen, muss aus meiner Sicht auf professioneller Augenhöhe interagiert werden.

Wie seht ihr das? Wie bloggt ihr und seht ihr euch mehr als Hobbyblogger oder als professioneller Blogger? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Nach der Blogpause: Neuigkeiten

Nach der Blogpause nach meiner Veröffentlichung bin ich nun wieder zurück. Mit im Gepäck habe ich Neuigkeiten für euch. In dem ruhigen Monat auf meinem Blog und den Social-Media-Kanälen war es für mich nämlich alles andere als ruhig: Ich habe an zwei Projekten gearbeitet, unter eines davon konnte ich ein „Ende“ setzen.
Worum es geht? Um meinen neuen Roman „Der weiße Spatz“ (AT). Ich habe ihn zu Ende geschrieben und auch schon die erste Überarbeitungsreihe hinter mich gebracht. An der Fertigstellung habe ich fast jeden Tag gesessen. Neben meinem Hauptjob war ich also gut beschäftigt. Das ist also die erste Neuigkeit.

Aber weshalb der Stress? Ganz einfach: Ich hatte neben meinen Betalesern jemanden, der auf den Text gewartet hat. Das hat mit der zweiten großen Neuigkeit zu tun, die eng mit dem weißen Spatz verknüpft ist. Ich habe bis jetzt gewartet, weil mir die Entwickelung selber surreal vorkommt und ich mich daran erst noch gewöhnen muss.

Kurz gesagt: Ich werde seit September von der Literatur Agentur Michael Meller vertreten, die den weißen Spatz so interessant fand, dass sie ihn gerne vermitteln möchte. Ich freue mich riesig und genieße jetzt schon die super spannende Zusammenarbeit mit meiner Agentin.

So viel erst einmal von mir und den Neuigkeiten rund um mein Schreiben. Mehr zum weißen Spatz und dem Inhalt erfahrt ihr im neuen Jahr.

Eure
Anna

Blogtour Das steinerne Schloss – Wie ist das Buch eigentlich entstanden?

Blogtour das steinerne schloss Anna Weydt

Heute beginnt die Blogtour zu meinem Debütroman und ich möchte mit einer Frage anfangen, die sicher jeder irgendwie irgendwann einmal gestellt hat: Wie entsteht eigentlich ein Buch? Und weiter: Wie ist „Das steinerne Schloss“ entstanden? Wie bin ich auf die Idee gekommen, wie auf das Szenario?

Auf der Blogtour erwartet euch bis zum 18.9. jeden Tag ein neuer Beitrag. Hier einmal der thematische Ablaufplan der noch folgenden Beiträge mit Link auf alle Teilnehmer, ausgenommen natürlich mich selbst.

14.9.: Angelique von „Bücher der Träume“ schreibt über ihren Eindruck der ersten Seiten

15.9.: Sinah von „Pink Mai“ hat mich zu meinem Debüt und über das Autorenleben interviewt

16.9.: Jacqueline von „A Bird‘s Point of View“ stellt euch meine Protagonistin Charlie vor

17.9.: Denise von „365-seiten“ stellt euch Erik vor

18.9.: Babsi von „The Blue Siren“ hat einen Blick hinter den Vorhang meiner Welt geworfen und einige der magischen Wesenheiten hervorgelockt.

Gewinnspiel

Zu gewinnen gibt es auf der Blogtour natürlich auch etwas. Was ihr dafür tun müsst, lest ihr jetzt:

Insgesamt können 3 Personen etwas gewinnen, und zwar:

1. Platz: Eine Schlüsselkette, eine signierte Postkarte und ein Lesezeichen von „Das steinerne Schloss“

2. + 3. Platz: Jeweils eine signierte Postkarte des Covers + ein Lesezeichen von „Das steinerne Schloss“

Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, nehmt an meinem Test unter www.annaweydt.de/finde-deinen-begleiter teil und postet euer Ergebnis unter diesen Beitrag.

Teilnahmeberechtigt sind natürliche Personen, die Ihren Wohnsitz in Deutschland und das 18. Lebensjahr vollendet haben. Die Teilnahme ist nicht vom Erwerb einer Ware oder Dienstleistung abhängig.

Die Dauer des Gewinnspiels erstreckt sich vom 13.09.2018, 0 Uhr bis zum 18.09.2018, 23:59 Uhr.

Die Gewinner der Verlosung werden am 19.09.18 unter diesem Beitrag über ihren Gewinn informiert. Daraufhin haben sich die Gewinner unter anna@annaweydt.de zu melden und ihren Vor- und Zunamen sowie ihre Postanschrift mitzuteilen, damit die Gewinne verschickt werden können.

Die Teilnahmebedingungen in ganzer Länge findet ihr hier: https://annaweydt.de/teilnahmebedingungen-blogtour/

Von der Idee zur Geschichte: Die Verserzählung „Der Welt Lohn“

Verserzählung klingt erst mal ziemlich trocken. Trotzdem hat mich „Der Welt Lohn“ von Konrad von Würzburg erst auf die Idee zum Buch gebracht. Man könnte fragen: Wie komme ich ausgerechnet darauf? Das ist schnell beantwortet: Ich habe Germanistik und Geschichte studiert und meinen Schwerpunkt auf das europäische Mittelalter gesetzt. Im Zuge meines Studiums bin ich automatisch in Berührung mit mittelalterlichen Texten gekommen, einer davon war „Der Welt Lohn“.
Der Autor der Erzählung, Konrad von Würzburg, war ein deutscher Dichter, der im Mittelalter lebte. Er hat für seine Gönner, also denjenigen, die ihn für das Verfassen des jeweiligen Werkes bezahlt haben, lyrische, geistlich-legendäre und historisch-sagenhafte Werke geschrieben. In Der Welt Lohn erzählt Konrad die Geschichte des Ritters Wirnt von Grafenberg, der einer geheimnisvollen Frau begegnet. Die Frau (zu ihrer Identität verrate ich nicht allzu viel, was wiederum mit meinem Roman zu tun hat; wer möchte kann aber gerne googeln) zeigt ihm, dass sein weltliches Streben nach Ruhm und Anerkennung keine Dauer hat. Die Moral von der Geschicht ist schließlich die, dass Wirnt sich von der Welt abwendet und einen geistlichen Lebensweg einschlägt – dies ist übrigens typisch für mittelalterliche Erzählungen aus dem christlichen Abendland. Die Art und Weise, wie die Frau dargestellt wird, fand ich bei der Analyse des Textes in meinem Studium so interessant, dass ich mir um sie herum die Geschichte ausgedacht habe, die am 15. September als „Das steinerne Schloss“ erscheinen wird.
Neben „Der Welt Lohn“ spielen übrigens auch noch andere Texte aus dem Mittelalter in die Geschichte mit hinein, unter anderem solche aus der Alexanderdichtung.

Die Handlungsorte: Das Mittelalter

Nachdem das Grundkonzept stand, habe ich mich damit auseinandergesetzt, wo ich meine Geschichte spielen lassen wollte. Da das deutsche Mittelalter eine nicht unwichtige Rolle im Text spielt, war mir relativ schnell klar, dass der Text auch in Deutschland spielen sollte. Die Frage war nur: Wo?
Für mein Debüt habe ich schließlich auf einen Ort zurückgegriffen, den ich wie meine Westentasche kenne: Hamburg, meine Geburtsstadt. Das Tor zur Welt hat so viele tolle Ecken, die mystisch und verwegen sind, weswegen ich mich für die Stadt als Handlungsort von „Das steinerne Schloss“ entschieden habe. Zwei dieser Handlungsorte möchte ich euch jetzt vorstellen.

Kaltehofe

Kaltehofe ist eine Elbinsel in der Nähe des Hamburger Stadtteils Rothenburgsort. Heute wird sie als Naherholungsgebiet genutzt, früher war auf ihr das Wasserwerk Kaltehofe untergebracht. Aus dieser Zeit, also 1893/94, stammen auch noch viele Becken, die über die Insel verteilt sind, Schieberhäuschen und die Villa Kaltehofe. Das Finale von „Das steinerne Schloss“ spielt auf Kaltehofe.

HH-Rothenburgsort

Das Hamburger Stadtviertel Rothenburgsort spielt auch neben Kaltehofe noch eine Rolle. Hier steht nämlich auch das Archiv, das Charlie im Laufe der Geschichte besucht. Untergebracht im 1848 errichteten Wasserturm lagern die Hexen meiner Geschichte dort einen Teil ihres Wissens.

Der Sachsenwald

Auch Schleswig-Holstein kommt in meinem Roman vor, und zwar in Form des Sachsenwaldes. Der Sachsenwald ist ein Nutzwald, den ich als Kind häufig besucht habe. In Teilen kam er mir schon immer verwunschen vor, auch wenn Teile regelmäßig abgeholzt wurden. Der Wald spielt in meiner Geschichte eine Rolle, als Charlie eine Gruppe von etwas überzeugen soll (bloß kein Spoiler ;-)).

So viel von mir zum Auftakt der Blogtour rund um „Das steinerne Schloss“. Morgen geht es bei Angelique weiter. Schaut gerne bei ihr vorbei!

Gewinner des Gewinnspiels

Die Gewinner des Blogtour-Gewinnspiels stehen fest. Herzlichen Glückwunsch an…

1. Platz: Levi

2. + 3. Platz: Manuela Schäller und evilgenius

Bitte meldet euch innerhalb von 3 Tagen unter anna@annaweydt.de und teilt mir euren vollen Namen sowie eure Postanschrift mit. Ansonsten verfällt der Gewinn. Danke! :)

Charaktervorstellung „Das steinerne Schloss“: Wilhelm

Nachdem ich vor zwei Wochen schon Marie, eine der Nebenfiguren aus #dassteinerneschloss, vorgestellt habe, möchte ich jetzt weitermachen mit Wilhelm. Auch er ist eine Nebenfigur und genau wie bei meinem ersten Artikel werde ich mich auch bei diesem Interview darum bemühen, nicht zu spoilern.
Vom 13. – 18. September findet übrigens die Blogtour zum steinernen Schloss statt. Was euch dort erwartet? Neben einer Vorstellung meiner Protagonistin und des männlichen Hauptcharakters Erik auch noch ein Beitrag zu den Magischen Wesen aus „Das steinerne Schloss“, ein Autoreninterview und ein Beitrag zu Handlungsorten und der Verserzählung „Der Welt Lohn“, die eine wichtige Rolle im Roman spielt. Ich würde mich freuen, wenn ihr vorbeischaut!

Hallo Wilhelm.

– Guten Tag. (verbeugt sich leicht und setzt seinen Hut ab)

Schön, dass du es geschafft hast. Soll ich dir mit deinem Gehstock helfen?

– Nein, nein. Vielen Dank, das geht schon. (setzt sich auf den angebotenen Stuhl)

Dann will ich auch gleich anfangen. Charlie ist deine Enkelin. Du und deine Frau habt sie quasi großgezogen. Ist sie wie eine Tochter für dich?

– Absolut. Charlotte hat sehr viel Zeit bei uns verbracht und ich bereue keinen Tag. Sie hat mich sehr viel gelehrt und ich habe ihr hoffentlich auch ein bisschen was mit auf den Weg gegeben, das ihr im Leben hilft.

Wusstest du schon immer, dass sie etwas Besonderes ist?

– Sie ist meine Enkelin. Natürlich ist sie etwas Besonderes. (lacht schelmisch)

Dann anders gefragt: Glaubst du an das Übernatürliche?

– Ja.

Wieso?

– Weil ich es erlebt habe. Die Welt ist nicht immer das, was wir sehen, sie ist das, was wir fühlen.

Hast du dafür ein Beispiel?

– Für das Übernatürliche? Dutzende. Aber bin ich heute wirklich hier, um über Geister und Dämonen zu sprechen?

Nein, tut mir leid. Vielleicht fahren wir mit etwas weniger kontroversem fort: Stell dich doch einmal unseren Lesern vor. Was hast du beruflich gemacht, bevor du in Rente gegangen bist?

– Ich war Autor. Ein ziemlich erfolgreicher sogar. Ein paar meiner Bücher kennst du bestimmt.

Was hast du geschrieben?

– Kinderbücher. Meine Geschichten hat Charlotte immer gern gehört. Natürlich auch die von anderen Autoren. (lacht wieder)

Bist du stolz auf deine Enkelin und wie sie sich entwickelt hat?

– Natürlich. Ich finde es toll, dass sie studiert, und zwar das, was sie möchte und nicht das, was ihre Mutter erwartet hätte. Sie weiß genau, was sie will und manchmal erkenne ich ihre Großmutter in ihr. (guckt auf die Uhr) Es tut mir leid, dich unterbrechen zu müssen, aber meine Skatgruppe trifft sich in einer Viertelstunde.

Ja, natürlich. Erlaubst du mir noch eine letzte Frage?

– Natürlich.

Was würdest du Charlotte raten?

– (überlegt kurz) Sie sollte immer auf ihr Herz hören. Es wird ihr zeigen, welchen Weg sie einschlagen wird. Etwas, das man aus tiefstem Herzen entschieden hat, kann nicht falsch sein. Selbst wenn man es ein paar Jahre später bereut: Im Moment der Entscheidung war es richtig.

Danke Wilhelm für deine Zeit und viel Spaß beim Skat!

– Sehr gern! (nickt, steht auf und verlässt den Raum)