Nach der Blogpause: Neuigkeiten

Nach der Blogpause nach meiner Veröffentlichung bin ich nun wieder zurück. Mit im Gepäck habe ich Neuigkeiten für euch. In dem ruhigen Monat auf meinem Blog und den Social-Media-Kanälen war es für mich nämlich alles andere als ruhig: Ich habe an zwei Projekten gearbeitet, unter eines davon konnte ich ein „Ende“ setzen.
Worum es geht? Um meinen neuen Roman „Der weiße Spatz“ (AT). Ich habe ihn zu Ende geschrieben und auch schon die erste Überarbeitungsreihe hinter mich gebracht. An der Fertigstellung habe ich fast jeden Tag gesessen. Neben meinem Hauptjob war ich also gut beschäftigt. Das ist also die erste Neuigkeit.

Aber weshalb der Stress? Ganz einfach: Ich hatte neben meinen Betalesern jemanden, der auf den Text gewartet hat. Das hat mit der zweiten großen Neuigkeit zu tun, die eng mit dem weißen Spatz verknüpft ist. Ich habe bis jetzt gewartet, weil mir die Entwickelung selber surreal vorkommt und ich mich daran erst noch gewöhnen muss.

Kurz gesagt: Ich werde seit September von der Literatur Agentur Michael Meller vertreten, die den weißen Spatz so interessant fand, dass sie ihn gerne vermitteln möchte. Ich freue mich riesig und genieße jetzt schon die super spannende Zusammenarbeit mit meiner Agentin.

So viel erst einmal von mir und den Neuigkeiten rund um mein Schreiben. Mehr zum weißen Spatz und dem Inhalt erfahrt ihr im neuen Jahr.

Eure
Anna

Warum der Herbst für mich die beste Zeit zum Schreiben ist

Anna Weydt Herbst schreiben

Auch wenn wir dieses Jahr einen Jahrhundertsommer hatten, wird auch er zu Ende gehen. Ich habe die Sonne und die Temperaturen genossen, allerdings freue ich mich auch auf die Jahreszeit, die nach dem Sommer kommt: Der Herbst. Denn der Herbst ist nicht nur die Jahreszeit, in der ich geboren wurde, sondern auch die, in der und über die ich am liebsten schreibe. Hier nun also 5 Gründe, wieso gerade der Herbst mich so inspiriert und für mich die beste Zeit zum Schreiben ist.

Der Herbst ist gemütlich.

Viele nennen ihn nass und kalt. Ich nennen den Herbst gemütlich, und zwar nicht nur dann, wenn ich auf meiner Couch sitze und Kerzen angezündet habe, weil es so früh dunkel wird. Sondern auch, weil ich jetzt endlich wieder meine warmen Klamotten rausholen kann. Aber natürlich geht nichts über einen Leseabend auf dem Sofa.

Die Natur stirbt.

Klingt jetzt im ersten Moment nicht so positiv, trotzdem finde ich es immer wieder faszinierend, wie die Natur sich jedes Jahr erneut selbst erfindet. Der Herbst mit seinen bunten Farben ist dabei für mich persönlich eine besondere Inspiration, weil er eine Zwischenphase zwischen Winter und Sommer ist. Geht mir beim Frühling übrigens genauso.

Es wird früh dunkel.

Warum ausgerechnet das gut fürs Schreiben sein soll? In meinem Fall ganz einfach: Wenn man mich lässt, bin ich eine Nachteule. Ich schreibe also besonders gerne, wenn es draußen dunkel ist. Da das im Herbst früher der Fall ist, schaffe ich auch mehr und muss dafür trotzdem nicht bis 3 Uhr nachts aufbleiben (was sich mit meinem Vollzeitjob auch gar nicht vertragen würde).

Spaziergänge im Herbstlaub.

Fürs Plotten und auch für allgemeine Ideenfindung ist der Herbst die beste Jahreszeit. Meistens sind nämlich kaum Leute unterwegs, wenn es immer mal wieder anfängt zu regnen und so habe ich den Park ganz für mich allein, während ich über neue Ideen nachdenke. Außerdem lassen sich auch noch schöne Fotos machen.

Kamine werden angemacht.

Mein Lieblingscafé hat einen wirklich tollen Kamin. Der bleibt im Sommer natürlich aus (außer wir haben wieder einen typisch norddeutschen Sommer, dann kann es vorkommen, dass er trotzdem an ist). Im Herbst ist der Kamin aber auf jeden Fall regelmäßig an; mit einer Tasse Tee und einem guten Buch oder dem Notizbuch lässt es sich dort also wirklich aushalten.

Ist der Herbst für euch auch die beste Zeit zum Schreiben? Wenn ja: Warum?

Woher nehme ich eigentlich meine Ideen?

Anna Weydt Cover Das steinerne Schloss

Am Mittwoch war es also soweit: Ich habe euch das Cover meines Romans „Das steinerne Schloss“ gezeigt. Zeit, einmal darüber nachzudenken, woher ich eigentlich meine Ideen nehme und was das für meine Geschichten bedeutet. Also: Woher kommen die ganzen Gedanken zu Büchern, Charakteren und Konflikten?

Vom Kleinen ins Große

Bei mir persönlich reicht schon ein klitzekleiner Fetzen, um eine neue Idee entstehen zu lassen. Das kann durch das Anschauen eines Filmes passieren, durch das Bereisen einer neuen Stadt, durch eine Begegnung, durch irgendetwas, völlig egal was. Meistens habe ich initial eine Idee entweder zu einem bestimmten Konflikt, Handlungsort oder einer Person. Sobald diese Idee da ist und sie mir gefällt, spinne ich aus ihr meine Geschichte. Manchmal kommen viele solcher neuen Ideen zusammen, manchmal verbinde ich sie mit alten, noch nicht verwendeten Schnipseln, über die ich früher schon einmal nachgedacht habe. Ich forme also aus einer Initialidee den Grundkonflikt meiner Geschichte.

Vom Großen ins Kleine

Das tue ich in der Regel durch extensives Planen. Ja, ich gebe zu, ich gehöre zu den Plottern. Ich muss wissen, wo die Reise hingeht, um mich nicht zwischendrin zu verlaufen. Deshalb plane ich die wichtigsten Wendungen meiner Geschichte vorher durch, genauso wie ihr Ende versteht sich. Habe ich dieses grobe, große Gerüst, fange ich an, es mit Leben zu füllen. Das heißt: Ich erfinde neben dem Hauptkonflikt, weitere Konflikte, Figuren, Orte. Ich komme vom Großen also wieder zurück ins Kleine. Wenn das geschafft ist, steht dem Schreiben nichts mehr im Weg.

Wie plottet ihr? Plottet ihr überhaupt? Und woher nehmt ihr eure Ideen?

Meine liebsten Literaturorte in und um Kiel

Kiel ist nicht gerade der Nabel der Welt. Das habe ich vor sieben Jahren festgestellt, als ich von Hamburg für das Studium hierher gezogen bin. Aber, und das habe ich erst mit der Zeit herausgefunden, Kiel hat durch seine Überschaubarkeit einen klaren Vorteil: Die coolen Sachen zentrieren sich und man muss gar nicht weit gehen, um als Buchmensch viele tolle Dinge zu entdecken. Einige davon, nämlich meine liebsten Literaturorte in und um Kiel, möchte ich euch gerne vorstellen. Solltet ihr einmal in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt vorbeikommen, probiert sie gerne aus.

Das Antiquariat Lesart

Auf Twitter wurde ich einmal gefragt, welche Buchhandlung in Kiel ich besonders empfehlen kann. Hier gibt es neben den großen Buchläden wie Hugendubel, die man eigentlich nicht mehr erwähnen muss, auch wirklich viele schöne (moderne) Antiquariate. Eins davon ist das Antiquariat Lesart. Sehr urig und total gemütlich.

Poetry Slams in der Pumpe

Literatur wird auch in der Pumpe gemacht, einer Eventlocation, in der viele Veranstaltungen stattfinden. Besonders gerne gehe ich dort zum Poetry Slam, der in regelmäßigen Abständen stattfindet und wirklich tolle Künstler featured.

Das Literaturhaus

Kiel hat ein Literaturhaus. Das wusste ich nicht, bevor ich mich 2016 mit einer Kurzgeschichte bei einem Wettbewerb dort beworben habe. Das Literaturhaus organisiert neben den Wettbewerben auch noch viele anderen schöne Events rund um Literatur und Bücher und arbeitet eng mit dem Institut für Neuere Deutsche Literatur der Kieler Universität zusammen.

Literarische Zeitungen wie der Schnipsel

Ebenfalls dem studentischen Milieu entsprungen ist der Schnipsel, eine literarische Zeitung, bei der jeder Schreibende seine Werke einsenden kann. Natürlich gilt auf Grund des Formats eine Zeichengrenze von 10.000 Zeichen.

Das Literaturtelefon

Auch das hat mir lange gar nichts gesagt. Das Literaturtelefon ist aber tatsächlich eine Kieler Institution. Das Telefon, bei dem jeder anrufen kann, gibt es schon seit den 1970ern. Was ein Literaturtelefon ist? Ganz einfach: Unter einer Festnetznummer kann dort zum normalen Tarif angerufen und den jeweiligen vorher aufgenommenen Texten gelauscht werden. Häufig lesen die Autoren selber. Das Kieler Literaturtelefon kooperiert außerdem mit dem Literaturhaus und hat inzwischen ebenfalls einen Podcast, der auf der Homepage einsehbar ist.

Was sind eure liebsten literarischen Orte in eurer (Wahl)heimat? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Unrealistische Handlung in Romanen

Jeder kennt es: Unmotivierte Handlung, Zufälle, die zu viel des Guten sind. Entscheidungen der Charaktere, die man selber niemals so treffen würde. Das beste Beispiel dafür sind Horrorfilme: Wer zur Hölle würde sich in einem dunklen, unheimlichen Wald freiwillig dafür entscheiden, die Gruppe zu teilen? Ich nicht. Und auch niemand, den ich kenne.

Deus Ex Machina vs. Plotting: Plotting

Unrealistische Handlung in Büchern hat dabei meiner Erfahrung nach häufig zwei Hauptgründe: Plotholes und das viel besungene Deus Ex Machina. Was versteht man darunter? Plotholes sind – kurz gesagt – Löcher in der Planung einer Geschichte. Selbst die besten Plots sind anfällig dafür und Plotholes können in allen Größen und Umfängen auftauchen. Eine gute Planung verhindert Plotholes weitestgehend, ein darauf folgendes gutes Lektorat dünnt sie hoffentlich gänzlich aus. Plotholes sind aus meiner Autorensicht also das eine Problem bei unrealistischer Handlung. Deus Ex Machina ist das andere.

Deus Ex Machina vs. Plotting: Deus Ex Machina

Wer nicht weiß, was das ist, hier eine kurze Erläuterung: Deus Ex Machina ist ein Begriff, der sich darauf bezieht, das eine aussichtslose Handlung durch eine Person, ein Wesen oder einen Umstand gelöst wird und sich diese Lösung anfühlt, als ob sie von außen „auf die Handlung gestülpt“ wird, weil der Protagonist nicht mehr anders aus der Situation befreit werden kann. Ein Beispiel: Die Protagonistin Mira sperrt sich in einem brennenden Raum ein. Niemand kann ihr helfen, es ist nicht möglich, ihre Hilfeschreie zu hören, niemand weiß, dass sie sich dort befindet. Plötzlich wird sie durch ihre niemals vorher im Verlauf der Handlung erwähnte, lang verschollene Tante gerettet, die zufällig an genau diesem Tag zu dieser Zeit den starken Wunsch verspürt hat, in genau diesem Raum vorbeizuschauen. Nicht sehr wahrscheinlich.

Ein Gegenbeispiel

Ein Gegenbeispiel: Protagonist Henry leidet an einer unheilbaren Krankheit. Die ganze bisherige Geschichte dreht sich um seine Suche nach einem übernatürlichen Wesen, das ihn als einziger retten kann. Besagtes Wesen rettet ihn – er lebt happily ever after.
Einmal davon abgesehen, wie gut oder schlecht dese Plots sind (eher schlecht), möchte ich damit sagen: Nur, weil etwas Übernatürliches die Handlung umdreht, spricht man nicht automatisch von Deus Ex Machina. Es geht bei diesem Begriff mehr um die Tatsache, wie unerwartet die Rettung ist. Damit meine ich, dass niemals zuvor von dem Umstand / Person / Wesen, das den Protagonisten rettet, gesprochen wurde. Er taucht einfach auf – ohne Motivation oder Bezug zur bisherigen Handlung. Warum? Weil der Autor keinen anderen Ausweg gefunden hat.

Was mich an unrealistischer Handlung stört und was sie für mich ist

Jetzt, wo wir gehört haben, wo unrealistische Handlung häufig ihre Wurzeln haben kann, möchte ich noch darüber sprechen, was mich daran besonders stört und was sie für mich bedeutet. Unrealistische Handlung ist niemals gleichzusetzen mit unerwarteten Wendungen. Denn Letztere sind zwar auf den ersten Blick unerwartet, bei näherer Betrachtung werden sie aber durch viele kleine Hinweise angekündigt. Unrealistische Handlung heißt für mich: Eine Lösung, die sich nicht angekündigt hat, nichts oder nur wenig mit der Handlung zu tun hat und als einziges Ziel die Auflösung des Problems hat. Was mich daran stört? Die Tatsache, dass man es sich damit als Autor zu einfach macht. Ein guter Plot ist für mich einer, bei dem alle Zahnräder ineinander greifen. Wenn darin Übernatürliches handlungsweisend vorkommt, dann ist das vollkommen in Ordnung – solange es sich logisch in den Verlauf integriert.

Was stört euch an unrealistischer Handlung? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Der Umgang mit Trauer in Literatur und Film

Da ich gerade erst wieder einen Film gesehen habe, bei dem mir dieses Thema ganz besonders ins Auge gestochen ist, möchte ich heute über den Umgang mit Trauer in Literatur und Film schreiben. Dabei sage ich gleich vorweg: Nein, natürlich wird es nicht überall gleich dargestellt, es gibt genügend Werke, in denen Trauer in all ihren Facetten behandelt wird. Ich spreche aber in diesem Artikel über die anderen Filme und Bücher, in denen mir immer wieder ein aufdiktiertes Bild von Trauer ins Auge sticht, das mir zusehends gegen den Strich geht.

Trauer, die

Laut Wikipedia bezeichnet Trauer ein betrübendes Ereignis, das die Stimmung des Gemüts beeinflusst sowie deren Kundgebung nach außen, etwa durch den Verlust nahestehender oder verehrter Personen oder Tiere, durch die Erinnerung an solche Verluste, oder auch zu erwartende Verluste. Dabei durchlaufen Trauernde nach Kast vier Phasen: Das nicht-Wahrhaben-Wollen, aufbrechende Emotionen wie Wut, Freude, Trauer, Ruhelosigkeit und Angst. Als dritte Phase das Suchen, Finden und sich trennen und als vierte Phase die Neuorientierung. Nicht alle Phasen werden immer in dieser Reihenfolge durchlebt, auch können sie mehrmals nacheinander oder durcheinander durchgestanden werden.

Die Erwartung an Trauer und Trauernde

Diese Definition zeigt meiner Meinung nach schon deutlich genug, dass Trauer ein sehr individueller Prozess ist, der je nach Mensch unterschiedlich verlaufen kann. Dennoch wird Trauer in vielen Büchern und Filmen mit bestimmten Bildern assoziiert, denen man gefälligst zu entsprechen hat – denn sonst trauert man ja nicht richtig. Genauso wie diese Erwartung an die Protagonisten gerichtet wird, wird sie auch im realen Leben an real Trauernde gerichtet und erzeugt damit einen meiner persönlichen Meinung nach latenten Druck sich dem gesellschaftlich akzeptierten Bild von Trauer unterzuordnen. Einen Druck, den man in einer Situation, in der man trauert, überhaupt nicht gebrauchen kann.

Frauen, Männer und die Trauer

Dabei werden Frauen in vielen Filmen und Büchern immer noch als die emotional Trauernden gezeigt, die vor versammelter Mannschaft in Tränen ausbrechen, zusammenbrechen und auch sonst ihre Gefühle nach außen tragen. Männer hingegen tragen den Schmerz mit Fassung, ziehen sich allenfalls auf ihren einsamen Fels zurück und machen das, was in ihnen vorgeht, mit sich selbst aus. Allgemein lässt sich diese Beschreibung in Literatur und Film natürlich auch noch auf andere Bereiche der Gefühlswelt übertragen, mir ist sie aber in diesem Fall besonders im Hinblick auf die Trauer aufgefallen.

Muss das so?

Muss das so? Ich sage: Nein. Denn genauso wie eine Frau still trauern kann, kann ein Mann auch emotional einen Verlust verarbeiten. Das Aufdiktieren von „richtigen“ und „falschen“ Verhaltensweisen bei einem so persönlichen, so individuellen Prozess wie der Trauer finde ich schlichtweg unverschämt. Jeder Mensch geht mit einem Verlust anders um und es sollte auch jedem selbst überlassen sein, wie er das tut. Vorwürfe wie: „Reiss dich mal zusammen“ oder „Du bist ja kalt wie Eis“ haben dabei einfach keinen Platz und setzen den Menschen, der sowieso schon einer Drucksituation ausgesetzt ist, noch weiter unter Strom. Die Erwartungshaltung bleibt trotzdem, wurde an mich sogar schon so herangetragen. Und ich frage: Gibt es wirklich einen Weg, falsch zu trauern? Ich sage wieder: Nein.

Nach dem Camp #NaNoWriMo ist vor dem Camp #NaNoWriMo

Noch drei Tage, dann ist es wieder soweit: Das Camp #NaNoWriMo öffnet seine Tore und mit ihm beginnt ein Monat voller Entbehrungen, Schreibhochs- und tiefs, Plotholes und anderen Dingen, die beim Entstehen eines Romans dazugehören. Was ich für dieses Camp plane, möchte ich euch kurz in diesem Artikel erzählen.

Camp #NaNoWriMo: Mein Ziel im Juli

Im April habe ich mit 30k Wörtern ein für mich eher niedriges Ziel gewählt. Das lag aber auch daran, dass ich im April keinen Urlaub hatte und der Monat ohnehin einen Tag kürzer war als der Juli sein wird. Da ich im Juli mit meinem Projekt vorankommen möchte, ist es mir wichtig, viel zu schaffen. Allerdings wird auch im Juli außerhalb des Schreibens einiges auf mich zukommen, daher setze ich in diesem Monat mein Ziel etwas weicher als im April: Ich plane zwischen 35 und 40k, je nach Auslastung. Damit würde ich mein Projekt „Der weiße Spatz“ – eine YA Dystopie – dann etwa auf 65 bis 70k bringen – es also fast fertig geschrieben haben.

Vorbereitung auf das Camp: Von Lektoratsrunden und dem Plotten

Die Vorbereitung gehört für mich (eigentlich) zu den wichtigsten Dingen, gerade beim Schreiben. Für das Projekt, das ich im Juli weiterschreiben möchte, habe ich die meiste Vorarbeit zwar schon geleistet, dennoch möchte ich (immer noch) den Plot einmal reinschreiben. Er existiert zwar, aber eben noch nicht in Reinform, sodass ich ihn, wie sonst auch, an meiner Plotleine aufhängen kann. Dieser Punkt steht also auf jeden Fall noch auf der To-Do-Liste, bevor das große Schreiben wieder losgeht. Außerdem wird im Juli noch die Vorbereitung der Veröffentlichung meines Debüts anstehen, dem ich auch einige Aufmerksamkeit schenken werde. Hier habe ich zwar ebenfalls schon Vorarbeit im Juni geleistet, trotzdem wird auch der Juli damit belegt sein, Aktionen für den August zu planen. Daneben wollen dieser und mein anderer Blog sowie die dazugehörigen Social-Media-Kanäle natürlich auch mit Inhalten befüllt werden.

Motivation und Disziplin

Das alles ist nur zu schaffen, wenn ich mir einen detaillierten Zeitplan bastele, der mir genau sagt, wann ich was tun muss. Dieses To-Do wandert also auch noch auf die Liste. Insgesamt wird der Juli also ein anstrengender, aber sicher auch schöner Monat werden. Denn einen Roman (fast) zu Ende zu schreiben, die Geschichte zusammen mit seinem Protagonisten zu entdecken, ist bei allen Entbehrungen und dem Stress, der mit dem täglichen Schreiben einhergeht, trotzdem eine der schönsten Nebensachen der Welt.

Nehmt ihr am Camp #NaNoWriMo im Juli teil? Wenn ja: Welches Ziel habt ihr euch für den Monat gesetzt?

Die schwindende Aufmerksamkeitsspanne beim Lesen

Ich merke es an mir selbst und höre es von vielen anderen: Die eigene Aufmerksamkeitsspanne beim Lesen nimmt ab, und zwar rapide. Habe ich früher ganze Nachmittage damit verbracht, Bücher zu lesen, muss ich mir heute die Zeit dafür mühsam zusammenklauben. Unterbrochen wird das Lesen zusätzlich immer wieder durch das Handy, das die neuesten Nachrichten, Tweets und Co 24/7 an mich weiterleitet. Ich versuche also permanent überall zu sein und ich merke, dass mir das nicht gut tut.

Vom Zwang immer up to date-Sein zu müssen

Dass ich mir früher ganze Tage freigehalten habe, um lesen zu können, lag natürlich nicht unwesentlich daran, dass ich Schülerin war. Nach Ausbildung, Studium und Vollzeitjob ist die Zeit knapper bemessen, das liegt in der Natur der Sache. Trotzdem fällt es mir schwerer in der sowieso schon kurzen Zeit, die ich lesen kann, mich aktiv auf ein Buch zu konzentrieren. Warum? Weil ich immer darüber nachdenke, ob jemand auf einen meiner Tweets reagiert hat, ich einen Blogbeitrag teilen muss, auf eine Nachricht bei Facebook antworten sollte – schlicht, meine Gedanken auf zig Hochzeiten tanzen. Das schlaucht und ich spüre, dass dieser selbst auferlegte Zwang, überall zu sein, mich anstrengt.

Lesen bringt Ruhe

Dabei habe ich diese innere Ruhe, die das Lesen mit sich bringt, dringend nötig. Ich merke das, wenn ich das Handy einfach mal bei Seite lege und wieder komplett in eine Geschichte abtauche. Dennoch kämpft sich immer wieder der Hintergedanke daran in mein Bewusstsein, dass ich etwas Produktives schaffen muss, etwas, das mich als Autorin, als Bloggerin, als Arbeitnehmerin voranbringt. Ich gestehe mir selbst nicht die Zeit zu, mich zu entspannen. Doch gerade in letzter Zeit habe ich erkannt, dass ich mir diese Zeit nehmen muss, um überhaupt etwas auf die Reihe zu kriegen. Denn: Wenn ich von Artikel zu Artikel, von Blog zu Blog, von Thema zu Thema springe, immer auf die neuesten Nachrichten schaue und mich dabei unbewusst treiben lasse, schaffe ich am Ende weniger, als wenn ich mir eine Stunde bewusste Freizeit nehme.

Konzentration durch Pausen und Aufgabenlisten

Auch wenn es zum Teil immer noch manchmal nicht so recht klappen will, habe ich für mich gelernt, Pausen zu machen. Pausen, in denen ich mich von der Arbeit löse und auf andere Gedanken komme. So schwer es meinem inneren Pflichtbewusstsein auch fällt, spüre ich doch, dass Konzentration und Belastbarkeit dadurch merklich steigen. Auch versuche ich mir feste Zeitspannen zu setzen, in denen ich mich mit Social Media beschäftige, sodass nicht immer wieder der Gedanke daran aufpoppt, was wohl gerade auf Plattform XYZ passiert. Das fällt mir als jemandem, der sehr gerne viel arbeitet und immer alles sofort machen möchte, nicht leicht, aber es ist der für mich richtige Weg. Denn ich merke: Je mehr ich mich auf nur eine Sache konzentriere, desto erfolgreicher bin ich insgesamt. Auch beim Lesen.

Kennt ihr das Problem der kurzen Aufmerksamkeitsspanne beim Lesen? Wie bekämpft ihr sie?

Literaturweltkarte: Einmal um den Globus

Literatur und Reisen sind zwei Dinge, die ich wahnsinnig gerne tue. Deshalb war ich total begeistert von der Idee, eine literarische Weltkarte zu erstellen und zu sehen, wo ich wenn auch nicht im realen, dann doch im literarischen Leben schon überall war. Inspiriert hat mich der schöne Beitrag von Trallafittibooks, den ich euch hier gerne verlinke.

Lesen bildet

Bevor ich euch aber zeige, wo ich schon überall herumgekommen bin, während ich auf der Couch lag, möchte ich noch etwas zum Lesen und Reisen sagen – wie oben schon gesagt zwei meiner absoluten Lieblingsbeschäftigungen. Beides bildet, meiner Meinung nach aber auf komplett unterschiedliche Art und Weise. Angefangen Geschichten zu lieben habe ich schon bevor ich selber lesen konnte. Ich erinnere mich daran, dass mein Lieblingswort an meinen Vater, der mir immer vorgelesen hat, war: Weiter. Dabei war ich nicht unbedingt eines der Kinder, die immer wieder und wieder das gleiche Buch vorgelesen haben wollten, sondern habe gerne neue entdeckt. Neue Welten, neue Charaktere, neue Geschichten.

Reisen aber auch

Mit der Zeit habe ich also wahnsinnig viele reale und erdachte Orte durch die Bücher besucht, die mir entweder vorgelesen wurden oder die ich später selber gelesen habe. Daraus hat sich dann, wenig überraschend, wenn ich ehrlich bin, irgendwann der Wunsch entwickelt, diese Orte auch selber zu besuchen – zumindest die realen. Bevor ich dazu die Mittel hatte, hat es aber noch ein wenig gedauert, inzwischen reise ich sehr gerne und viel. Reisen bildet dabei auf eine andere Art und Weise als lesen: Während man beim Lesen zum einen wahnsinnig viel über Sprache und die in den Büchern vermittelten Werte und Normen lernen kann, lehrt einen das Reisen nach meiner Erfahrung vor allem eins: Es kommt immer anders als du denkst. Beide Hobbys machen mir sehr viel Spaß und jetzt will ich euch meine literarische Weltkarte auch nicht weiter vorenthalten.

Meine Literaturweltkarte

Kurz zur Klarstellung: Natürlich sind hier nicht alle Bücher, die ich jemals gelesen habe, mit ihren Orten verzeichnet (bei 1300 Stück im Regal wäre das ein wenig aufwendig). Ich habe mich aber bemüht von allem ein bisschen herauszusuchen.


(Die dunkelgrünen Länder sind die, die ich besucht habe, die hellgrünen stehen noch aus.)


 Die genauen Orte und dazugehörigen Bücher

  1. New York, USA: 100 Stunden Nacht von Anna Woltz
  2. London, Großbritannien: Die Bartimäus Reihe von Jonathan Stroud
  3. Hamburg, Deutschland und der Himalaya, Nepal: Drachenreiter von Cornelia Funke (in diesem Buch wird noch auf einige andere Orte referenziert)
  4. Norwegen und Indonesien: Die Feder eines Greifen von Cornelia Funke (s.o.)
  5. Russland (versch. Orte): A Thousand Pieces of You von Claudia Gray
  6. Italien (versch. Städte): Die Stravaganza-Reihe von Mary Hofmann
  7. London, Großbritannien: Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch
  8. New York, USA: Die City of Bones Reihe von Cassandra Clare
  9. Brasilien: Die Stadt der wilden Götter von Isabel Allende
  10. Afrika (geschätzt der Kongo): Im Bann der Masken von Isabel Allende
  11. Indien (und Nepal): Im Reich des Goldenen Drachen von Isabel Allende
  12. Australien: Die Aby Lynn-Saga von Rainer M. Schroeder
  13. Türkei / Griechenland / Ägypten: Die Judaspapiere von Rainer M. Schroeder

An welchen Orten seid ihr schon gewesen? Sowohl im realen Leben als auch auf dem Papier? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Warum ich fast nur noch auf Englisch lese

Auf Englisch lesen, das war für mich lange keine Option. Zwar spreche ich die Sprache, verstehe und lese sie auch ohne Probleme, trotzdem war für mich das Lesen auf Englisch immer irgendwie mit Arbeit verbunden. Sei es durch die Uni, an der ich viele englischsprachige Texte lesen musste, sei es durch die Arbeit. Mich dann auch noch abends hinzusetzen und ein englisches Buch in die Hand zu nehmen oder eine englische Serie zu schauen – das hätte sich noch mehr wie Arbeit angefühlt.

Eine Sache der Einstellung

Natürlich war ich mir darüber bewusst, dass ich dadurch viele tolle Filme und Serien verpasse; mindestens genauso sehr hat mich nach einer Weile aber gestört, dass mir auch einige vielversprechende Bücher, die es schlicht und ergreifend nicht in deutscher Übersetzung gibt, durch die Lappen gingen. Deshalb habe ich mich irgendwann in einer stillen Minute gefragt: Willst du dir das wirklich entgehen lassen? Immerhin war mein Sprachniveau hoch genug, um ohne Probleme auf Englisch lesen zu können. Ich entschied, dem Ganzen eine Chance zu geben.

Mein erster englischsprachiger Roman

Natürlich hatte ich vorher schon Bücher auf Englisch gelesen – in der Schule etwa, oder wenn mich ein Ratgeber interessierte. Dies aber zur Entspannung zu tun, wie ich auch deutsche Bücher las, daran hatte ich mich noch nicht getraut. Ich wählte meinen ersten englischsprachigen Roman, den ich abends im Bett lesen wollte, also sehr sorgfältig aus. Um jeden Preis wollte ich verhindern, dass mir die Lust am Buch verging und ich das auf die Sprache schieben würde. Daher entschied ich mich für eine Reihe, die ich auf Deutsch angefangen hatte: Die Harry Dresden Bücher. Außerdem traf es sich gut, dass Droemer Knaur die Produktion der Reihe eingestellt hatte und es sie deshalb eine Weile lang nur noch in Originalsprache zu kaufen gab.

Wie aus nur Deutsch, (fast) nur Englisch wurde

Nachdem ich den dritten Band der Harry Dresden Reihe auf Englisch gelesen hatte, musste ich mir eingestehen, dass ich unnötigerweise lange Zeit einen Bogen um die englischsprachige Literatur gemacht hatte: Alle meine Befürchtungen hatten sich zerstreut. Nach diesem ersten Roman, den ich in seiner Muttersprache las, traute ich mich Stück für Stück immer mehr. Inzwischen bin ich soweit, dass ich (fast) alle Bücher, die im Original Englisch geschrieben wurden, auch in dieser Sprache lese. Ich bin begeistert davon, wie sehr mein Sprachschatz sich seitdem erweitert hat und wie viel leichter als vorher es mir vergleichsweise fällt, auch andere Medien auf Englisch zu konsumieren. Davon abgesehen eröffnen englischsprachige Romane ein ganz anderes Sprachgefühl beim Lesen.

Wenn du also auch unsicher bist, ob du dich an englische Literatur herantrauen sollst, möchte ich dir mit diesem Artikel Mut machen: Deinem Sprachlevel entsprechend würde ich klein anfangen und mich immer weiter vortasten. Irgendwann fällt es dir dann mit Sicherheit genauso leicht wie mir jetzt, Bücher auf Englisch zu lesen.