Kategorie: Empfehlung

Sachbücher, die jedes Regal besonders machen

3 Sachbücher, die jedes Regal besonders machen

Viele von euch wissen es wahrscheinlich nicht, aber ich habe eine Zeit lang im Lektorat eines Publikumsverlages gearbeitet, sowohl im belletristischen als auch im Sachbuchlektorat. Letzteres hat mich so geprägt, dass ich nicht nur gerne Sachbücher lese, sondern auch besonders schöne sammle. Wenn ich unterwegs bin, schaue ich deshalb nicht nur in der Fiction-Ecke nach schönen Romanfunden, sondern gucke auch immer bei den Sachbüchern vorbei. Hier gibt es nämlich viele wirklich tolle Schätze, von denen ich heute drei mit euch teilen will.

Arrowsmith, Das große Buch der Naturgeister

Als Fantasyautorin interessiert mich das Fantastische und dazu gehören natürlich auch Wesenheiten. Durch mein Germanistikstudium habe ich besonders in der Älteren Deutschen Literatur viele spannende Wesen kennengelernt, die kaum oder gar nicht bekannt sind. Das große Buch der Naturgeister unterscheidet verschiedene Arten von Naturgeistern und zeigt auch, wo sie in Europa zu finden sind. Für eine kleine Inspirationsreise beim Plotten oder auch beim Schreiben schaue ich mir dieses Buch immer wieder gerne an. Außerdem hat es tolle Illustrationen.

Breverton, Breverton‘s Phantasmagoria

In eine ähnliche Richtung geht das Phantasmagoria von Terry Breverton. Dieses Buch habe ich noch nicht auf Deutsch entdeckt, die englische Ausgabe ist aber auch wirklich wunderschön. Der Unterschied zum großen Buch der Naturgeister besteht vor allem darin, dass das Phantasmagoria sich nicht nur auf Wesenheiten beschränkt, sondern auch Mythen, Artefakte, Orte, Sagen und Legenden miteinbezieht. Auch dieses Buch ist einfach perfekt, um einen Nachmittag darin zu versinken und sich spannende Welten mit phantastischen Wesen auszumalen. Pluspunkt: Es enthält auch tatsächlich existierende Wesen, die aber genauso phantastisch anmuten wie Fabelwesen.

Zender, Lexikon Buch Druck Papier

Buchdruck fand ich schon immer wahnsinnig interessant, weswegen mir auch die Arbeit in der Herstellungsabteilung eines Publikumsverlags wirklich Spaß gebracht hat. Wenn ihr euch auch für Buchdruck interessiert oder euch einfach die Geschichte des Buchdrucks fasziniert, ist dieses Buch auf jeden Fall eine gute Anschaffung. Und: Es ist einfach wunderbar verarbeitet!

Es gibt noch so viele andere Sachbücher, die ich nennen könnte und vielleicht tue ich das und mache auch aus diesem Artikel eine Reihe. Vorher möchte ich aber von euch wissen: Welche Sachbücher sind für euch besonders? Welche habt ihr im Regal stehen?

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Inspirierende, literarische Orte in Wien

inspirierende literarische Orte

Wie einige von euch wissen, bin ich nebenberuflich Reisebloggerin und dementsprechend häufig unterwegs. Literarische Orte entdecke ich auf Reisen unglaublich gerne und es gibt natürlich auch wahnsinnig viele. Für diesen meinen Autorenblog möchte ich die Reihe „inspirierende, literarische Orte in…“ ins Leben rufen und meine Leidenschaft für Bücher und das geschriebene Wort rund um den Globus mit euch teilen. Starten werde ich mit Wien. Welche spannenden literarischen Orte ihr dort entdecken könnt, lest ihr jetzt.

Das Literaturmuseum

Das Literaturmuseum gehört zur Österreichischen Nationalbibliothek. Ich fand es wirklich sehr interessant die ausgestellten Handschriften und Erstausgaben entdecken zu können. Das Museum legt sein Augenmerk hauptsächlich auf österreichische Literatur, das macht es aber nicht weniger interessant. Inspirierend ist das Literaturmuseum mit seinen zeitgeschichtlichen Bezügen auf jeden Fall.

Die Nationalbibliothek

Die österreichische Nationalbibliothek selbst gehört zu den literarischen Orten, die mich in Wien am meisten inspiriert haben. Der Prunksaal ist dabei natürlich auch einer der bekanntesten literarischen Orte in der österreichischen Hauptstadt und das zu Recht: Der Saal ist wirklich wunderschön, ein richtiges Paradies für Bücherwürmer und voller Geschichte!

Café Central

Cafés haben in Wien eine lange Geschichte, literarisch relevant und bekannt ist unter vielen anderen auch das Café Central. Hier hat sich zum Beispiel die Wiener Autorengruppe Jung-Wien getroffen, zu der Arthur Schnitzler gehörte. Das Café Central ist ein typisches Wiener Kaffeehaus, urig und gemütlich. Auf Grund seiner Berühmtheit sollte man vor seinem Besuch aber reservieren.

Shakespeare & Company

Und zuletzt möchte ich noch den Wiener Shakespeare & Company nennen. Die Shakespeare & Company Buchläden sind in fast allen Städten einen Besuch wert – so auch in der österreichischen Hauptstadt. Die Buchhhandlung ist breit aufgestellt und lädt zum Stöbern ein. Das einzige Problem war der Buchhändler, der ständig um die Gäste des Ladens herumgeschlichen ist. Das hat mich persönlich bei der Suche nach einem Buch eher gestört. Der Laden selbst ist aber trotzdem zu empfehlen.

Welche literarischen Orte haben dir in Wien gefallen?

Jugendromane, die mein Leben verändert haben

Im Laufe der Jahre habe ich viel gelesen. Sehr viel. Das meiste davon ist im Rauschen der vielen Geschichten nach einiger Zeit untergegangen. Das sagt natürlich nichts über die Geschichte an sich aus, sie ist deshalb weder besonders gut noch besonders schlecht. Sie hat sich mir einfach nur nicht so eingebrannt, wie die sieben Jugendromane, die ich heute gerne mit euch teilen möchte. Nun denn.

„Libri Mortis“-Reihe

Die „Libri Mortis“-Reihe von Peter Schwindt besteht aus drei Büchern, die ich wirklich sehr gerne gelesen habe. Rosalie, die Protagonistin, ist zwar an vielen Stellen etwas kantig, aber genau das macht sie zu etwas Besonderem. Außerdem fand ich das Setting in Paris, vor allem im Pariser Untergrund, super spannend.

Abhorsen-Reihe

Ebenfalls eine Trilogie (ursprünglich, inzwischen gibts noch ein viertes Buch), hat mich die Abhorsen-Reihe von Garth Nix in eine Welt voller Magie entführt – und zwar mit einem Magiesystem, das ich so bisher noch nicht kannte. Auch der Mix aus magischer Welt und einer Welt, die an unsere um die Zeit des 1. Weltkriegs angelehnt ist, hat mir sehr gefallen. Die Abhorsen-Reihe gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.

Hundert Stunden Nacht

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, sich einen Flug zu buchen, weil das Leben gerade unfair und so richtig beschissen ist, und einfach zu verschwinden? Anna Woltz‘ junge Protagonistin tut das und landet in New York City – ausgerechnet zu der Zeit, in der Sturm Sandy die Stadt lahmlegt. Die Erfahrungen, die Emilia daraufhin macht, zeigen ihr nicht nur viel über sich selbst, sondern auch über das Reisen.

Herr der Diebe

Ein absoluter Klassiker ist Cornelia Funkes „Herr der Diebe“. Ich liebe einfach die Art und Weise, wie Funke in ihren älteren Werken (z.B. auch in Drachenreiter) das Phantastische zum Leben erweckt. Es hat etwas verwunschenes. Kombiniert mit der Reise nach Venedig hat das Buch mich sofort gefangen genommen.

Alanna-Reihe

Die Alanna-Reihe von Tamora Pierce ist mit für meine Begeisterung für Geschichte und das Mittelalter verantwortlich. Natürlich sind die Bücher nicht historisch korrekt, sondern spielen in einer Fantasy-Welt. Trotzdem hat mich Alanna, die sich in einer Männerdomäne durchsetzen wollte und das am Ende auch geschafft hat, sehr fasziniert.

Alaizabel Cray

London. Steampunk. Dämonenjäger. Zwar kratzt Alaizabel Cray an manchen Stellen hart an der Grenze zwischen Jugendbuch zu erwachsener Fantasy, das hat mich als Jugendliche aber nicht weiter gestört. Denn die Welt, die Chris Wooding erfindet, ist einzigartig.

Becky Brown – Versprich nach mir zu suchen

Auch historische Jugendromane habe ich eine Zeit lang wahnsinnig gerne gelesen. Becky Brown von Rainer M. Schröder gehört dazu. Bekannt ist der Autor vor allem für seine Aby Lynn Saga, Becky Brown legt den Fokus hingegen weniger auf eine Romanze denn auf die Beziehung zwischen zwei Geschwistern. Dieses Motiv wurde dann in die Zeit der großen Auswandererwellen gelegt: 1856. New York. Five Points. Der Aufbruch in den Mittleren Westen. Eine wirklich schöne Geschichte, die beweist, dass es nicht immer eine Liebesgeschichte geben muss.

Welche Jugendromane sind euch in bleibender Erinnerung geblieben? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Bücher, die ich in den letzten Monaten gelesen habe

Das viele Reisen, übrigens nicht nur zum Vergnügen, hat es mit sich gebracht, dass ich Stunden über Stunden in Zügen, Bussen, Flughäfen, Flugzeugen, Bahnhöfen und ähnlichem mehr verbracht habe. Was macht man in dieser Zeit, wenn man keine Lust hat zu arbeiten? Genau: Lesen. Welche Bücher mich während dieser Zeit quer durch die Welt begleitet haben, möchte ich euch nicht vorenthalten. Vorhang auf also für meine erste Buchempfehlung.

Albert, The Hazel Wood

Das erste Buch, das mir einige Stunden versüßt hat, war The Hazel Wood von Melissa Albert. Eigentlich mehr durch Zufall im Flughafen Buchladen aufgestöbert, hat es mich durch einen acht Stunden Transatlantikflug gebracht. Und wer sich jetzt fragt, warum ich nicht geschlafen habe: Ich hatte den Mittelsitz. More words needed? Gefallen hat es mir unter anderem deshalb, weil die Protagonistin genauso viel in Bewegung ist, wie ich es war. Und weil das Thema zwar an eine Märchenadaption erinnert (Alice im Wunderland), mich aber im Gegensatz zu seinen Geschwistern dadurch abgeholt hat, dass es in New York spielt – die Stadt, in der ich vor dem Transatlantikflug war – habe ich das Buch förmlich verschlungen.

Earnshaw, The Wicked Deep

Ebenfalls in New York entdeckt, habe ich dieses Buch erst später begonnen. Mit dem Cover von Wicked Deep hatte ich einen Blickflirt, aber auch der Inhalt hat mich überzeugt: Es spielt an der US-Westküste und verwebt eine mysteriöse Legende mit der Kleinstadt Sparrow, die direkt an der rauen See liegt. Gefangen genommen hat mich bei diesem Buch vor allem das Thema. Es war eine neue Idee, nichts, was ich schon einmal gelesen hätte. Gerade im Fantasybereich gibt es so viele Möglichkeiten, die häufig nicht genutzt werden. The Wicked Deep setzt seine Idee mit ein paar Logiklöchern aber schön um.

Schwab, City of Ghosts

Das Englisch von City of Ghosts war relativ einfach, das Buch war also schnell weg gelesen. Trotz der einfachen Sprache denke ich persönlich, dass das Buch aber auch von älteren Semestern gelesen werden kann. Das dominierende Motiv ist Freundschaft, was ich wirklich spannend finde. Eine Romanze kommt nicht vor und wird auch nicht benötigt. Dafür müssen sich Cassidy und Jacob durch eine gefährliche Geisterlandschaft schlagen und dabei ausloten, was in einer Freundschaft zwischen einem Menschen und einem Geist erlaubt ist – und was nicht.

Was habt ihr die letzten Monate gelesen und was liegt momentan auf eurem Nachttisch? Ich werde jetzt an Enchantée weiterlesen.

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Meine liebsten Literaturorte in und um Kiel

Kiel ist nicht gerade der Nabel der Welt. Das habe ich vor sieben Jahren festgestellt, als ich von Hamburg für das Studium hierher gezogen bin. Aber, und das habe ich erst mit der Zeit herausgefunden, Kiel hat durch seine Überschaubarkeit einen klaren Vorteil: Die coolen Sachen zentrieren sich und man muss gar nicht weit gehen, um als Buchmensch viele tolle Dinge zu entdecken. Einige davon, nämlich meine liebsten Literaturorte in und um Kiel, möchte ich euch gerne vorstellen. Solltet ihr einmal in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt vorbeikommen, probiert sie gerne aus.

Das Antiquariat Lesart

Auf Twitter wurde ich einmal gefragt, welche Buchhandlung in Kiel ich besonders empfehlen kann. Hier gibt es neben den großen Buchläden wie Hugendubel, die man eigentlich nicht mehr erwähnen muss, auch wirklich viele schöne (moderne) Antiquariate. Eins davon ist das Antiquariat Lesart. Sehr urig und total gemütlich.

Poetry Slams in der Pumpe

Literatur wird auch in der Pumpe gemacht, einer Eventlocation, in der viele Veranstaltungen stattfinden. Besonders gerne gehe ich dort zum Poetry Slam, der in regelmäßigen Abständen stattfindet und wirklich tolle Künstler featured.

Das Literaturhaus

Kiel hat ein Literaturhaus. Das wusste ich nicht, bevor ich mich 2016 mit einer Kurzgeschichte bei einem Wettbewerb dort beworben habe. Das Literaturhaus organisiert neben den Wettbewerben auch noch viele anderen schöne Events rund um Literatur und Bücher und arbeitet eng mit dem Institut für Neuere Deutsche Literatur der Kieler Universität zusammen.

Literarische Zeitungen wie der Schnipsel

Ebenfalls dem studentischen Milieu entsprungen ist der Schnipsel, eine literarische Zeitung, bei der jeder Schreibende seine Werke einsenden kann. Natürlich gilt auf Grund des Formats eine Zeichengrenze von 10.000 Zeichen.

Das Literaturtelefon

Auch das hat mir lange gar nichts gesagt. Das Literaturtelefon ist aber tatsächlich eine Kieler Institution. Das Telefon, bei dem jeder anrufen kann, gibt es schon seit den 1970ern. Was ein Literaturtelefon ist? Ganz einfach: Unter einer Festnetznummer kann dort zum normalen Tarif angerufen und den jeweiligen vorher aufgenommenen Texten gelauscht werden. Häufig lesen die Autoren selber. Das Kieler Literaturtelefon kooperiert außerdem mit dem Literaturhaus und hat inzwischen ebenfalls einen Podcast, der auf der Homepage einsehbar ist.

Was sind eure liebsten literarischen Orte in eurer (Wahl)heimat? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Warum ich fast nur noch auf Englisch lese

Auf Englisch lesen, das war für mich lange keine Option. Zwar spreche ich die Sprache, verstehe und lese sie auch ohne Probleme, trotzdem war für mich das Lesen auf Englisch immer irgendwie mit Arbeit verbunden. Sei es durch die Uni, an der ich viele englischsprachige Texte lesen musste, sei es durch die Arbeit. Mich dann auch noch abends hinzusetzen und ein englisches Buch in die Hand zu nehmen oder eine englische Serie zu schauen – das hätte sich noch mehr wie Arbeit angefühlt.

Eine Sache der Einstellung

Natürlich war ich mir darüber bewusst, dass ich dadurch viele tolle Filme und Serien verpasse; mindestens genauso sehr hat mich nach einer Weile aber gestört, dass mir auch einige vielversprechende Bücher, die es schlicht und ergreifend nicht in deutscher Übersetzung gibt, durch die Lappen gingen. Deshalb habe ich mich irgendwann in einer stillen Minute gefragt: Willst du dir das wirklich entgehen lassen? Immerhin war mein Sprachniveau hoch genug, um ohne Probleme auf Englisch lesen zu können. Ich entschied, dem Ganzen eine Chance zu geben.

Mein erster englischsprachiger Roman

Natürlich hatte ich vorher schon Bücher auf Englisch gelesen – in der Schule etwa, oder wenn mich ein Ratgeber interessierte. Dies aber zur Entspannung zu tun, wie ich auch deutsche Bücher las, daran hatte ich mich noch nicht getraut. Ich wählte meinen ersten englischsprachigen Roman, den ich abends im Bett lesen wollte, also sehr sorgfältig aus. Um jeden Preis wollte ich verhindern, dass mir die Lust am Buch verging und ich das auf die Sprache schieben würde. Daher entschied ich mich für eine Reihe, die ich auf Deutsch angefangen hatte: Die Harry Dresden Bücher. Außerdem traf es sich gut, dass Droemer Knaur die Produktion der Reihe eingestellt hatte und es sie deshalb eine Weile lang nur noch in Originalsprache zu kaufen gab.

Wie aus nur Deutsch, (fast) nur Englisch wurde

Nachdem ich den dritten Band der Harry Dresden Reihe auf Englisch gelesen hatte, musste ich mir eingestehen, dass ich unnötigerweise lange Zeit einen Bogen um die englischsprachige Literatur gemacht hatte: Alle meine Befürchtungen hatten sich zerstreut. Nach diesem ersten Roman, den ich in seiner Muttersprache las, traute ich mich Stück für Stück immer mehr. Inzwischen bin ich soweit, dass ich (fast) alle Bücher, die im Original Englisch geschrieben wurden, auch in dieser Sprache lese. Ich bin begeistert davon, wie sehr mein Sprachschatz sich seitdem erweitert hat und wie viel leichter als vorher es mir vergleichsweise fällt, auch andere Medien auf Englisch zu konsumieren. Davon abgesehen eröffnen englischsprachige Romane ein ganz anderes Sprachgefühl beim Lesen.

Wenn du also auch unsicher bist, ob du dich an englische Literatur herantrauen sollst, möchte ich dir mit diesem Artikel Mut machen: Deinem Sprachlevel entsprechend würde ich klein anfangen und mich immer weiter vortasten. Irgendwann fällt es dir dann mit Sicherheit genauso leicht wie mir jetzt, Bücher auf Englisch zu lesen.

Meine 5 Lieblingsorte zum Schreiben

Lieblingsorte_Schreiben

Schreibt man nicht eigentlich Zuhause an seinem Schreibtisch? Diese Frage wurde mir schon häufiger gestellt und ich muss sagen: Nur bedingt. Natürlich ist das Arbeitszimmer ein guter Platz, um zu schreiben: Der Plot ist da, das Internet funktioniert für eventuelle Last-Minute-Recherchen und es gibt genug Tee. Aber manchmal führt die immer gleiche Umgebung auch dazu, dass die Kreativität versiegt, jedenfalls geht es mir so. Deshalb und weil ich sowieso sehr viel unterwegs bin, möchte ich euch jetzt meine fünf Lieblingsorte zum Schreiben vorstellen – rund um den Globus. An diese Orte kann ich zwar nicht jederzeit zurückkehren, sie sind für mich aber mit einem einzigartigen Gefühl verknüpft.

Das Café Mathilde, Hamburg

Als ich noch in Hamburg gewohnt habe, war ich gerne und oft in diesem Café. Zum einen, weil es einen wunderbaren Kakao anbietet, zum anderen, weil es ein Literaturcafé ist. Zwischen Büchern und einem Kamin, der im Winter eine wohlige Wärme versprüht, lässt es sich einfach super gut schreiben. Am liebsten war ich kurz nach Öffnung da oder unter der Woche (dem Studentenleben sei es gedankt), wenn noch alles still war und ich das Café fast für mich allein hatte.

Atlantis Books, Santorin

Von Hamburg geht es einmal quer durch Europa nach Griechenland, genauer gesagt auf die Insel Santorin. Hier gibt es einen wunderschönen Buchladen, Atlantis Books. Und dieser Buchladen hat eine Terrasse, die allen Besuchern offensteht. Von dort aus hat man einen krassen Blick über die Insel und das Meer und kann seine Gedanken wirklich schweifen lassen. Ab und zu kommt auch die Katze der Buchhandlung vorbei und lässt sich streicheln. Alles in allem ein toller Platz zum Schreiben.

Central Park, New York

Ich höre sie schon, die Leute, die mir sagen werden, dass New York doch laut und anstrengend ist. Stimmt, ist es. Aber der Central Park ist die rühmliche Ausnahme. Natürlich gibt es auch hier Teile, in denen viel los ist, aber genauso gibt es Abschnitte, in denen man in Ruhe auf einer Bank sitzen, die Stadt beobachten und Notizen machen kann. Wenn man genug von der frischen Luft hat, bietet sich übrigens ein Besuch von Westsider Rare & Used Books an, das ist gleich um die Ecke.

Naturkundemuseum, London

In einem Museum schreiben? Wirklich? Na ja, vielleicht eher plotten oder Notizen machen. Trotzdem gefällt mir persönlich die Atmosphäre in diesem Museum einfach sehr. Es inspiriert mich zwischen den ganzen Geschichten zu sitzen, die die Ausstellungsstücke erzählen, und meine eigenen Geschichten aufzuschreiben. Am besten lässt es sich auch hier nachdenken, wenn das Museum noch nicht gut besucht ist.

Pompeji, Italien

Zu guter Letzt war auch Pompeji ein einzigartiger Ort, um an meinen Geschichten zu arbeiten. Zwar habe ich hier nicht geplottet oder geschrieben, dennoch hatte ich an keinem anderen Ort so viele Ideen. Aus der Retrospektive betrachtet, lag das wahrscheinlich auch an der Vergangenheit der Stadt. Die alten Häuser zu sehen, die Schicksale zu kennen, die mit ihnen verbunden sind, noch immer, auch so viele Jahrhunderte später, hat mich fasziniert. So sehr, dass ich während der Pausen, die ich immer wieder in der Stadt eingelegt habe, jede Menge Ideen ins Handy getippt habe.

So viel zu meinen etwas außergewöhnlicheren Lieblingsorten zum Schreiben. Wo schreibt ihr gerne? Zuhause oder auswärts?